Tag: 1. Dezember 2012

3D or not 3D

Heute will ich mich mal genauer mit dem Thema 3D Film beschäftigen. Nicht nur technisch sondern vor allem auch wirtschaftlich wurde durch 3D die Filmwelt in den letzten Jahren verändert.

Beginnen wir mit der technischen Seite. Dass 3D einen Film durchaus aufwerten kann, zeigen Filme wie Avatar, Hugo oder diverse Computeranimationsfilme. Hier wurde von vornherein während des Entstehungsprozesses mit 3D gearbeitet. Eher einen schlechten Ruf haben die Filme, die nachträglich nach 3D konvertiert wurden. Hier muss man noch unterscheiden zwischen Filmen, die schon als 3D geplant waren aber nur 2D gefilmt wurden und Filmen bei denen während der Herstellung 3D keine Rolle gespielt hat. Erstere können, bei entsprechender Sorgfalt durchaus brauchbare Ergebnisse liefern. Was die zweite Kategorie angeht, so wird man die 2D Herkunft immer sehen und es gibt demzufolge hier auch die meisten Beispiele, wie ein 3D Film nicht aussehen soll. Aber auch hier gibt es Ausnahmen wie z.B. Titanic oder mit Abstrichen auch Star Wars Episode I, wo allerdings auch ein ganz anderer Aufwand betrieben wurde, als bei den Schnellkonvertierungen.

Der Grund, warum die Studios bei vielen Filmen auf eine 3D Auswertung Wert legen wird deutlich, wenn man sich mal die Einspielergebnisse anschaut. Womit wir bei der wirtschaftliche Seite des Themas wären. Als Grundlage habe ich die Zahlen von www.boxofficemojo.com verwendet und dort die nicht Inflationsbereinigten Listen.

Es gibt momentan 13 Filme, die weltweit jeweils mehr als 1 Milliarde Dollar eingespielt haben. Davon kommen nur 4 gänzlich ohne den durch die höheren Ticketpreise entstehenden 3D Bonus aus. Und darunter sind mit den beiden Dark Knight Teilen auch die einzigen, die in den letzten vier Jahren dazugekommen sind.

Von den neun 3D Filmen sind 6 Stück 2010 oder später angelaufen. Insgesamt handelt es sich hier um 2 reine 3D Fime, 3 Mischlinge (teilweise in echtem 3D gedreht) und 4 Konvertierungen. Der erste reine nicht 3D Film The Lord of the Rings: The Return of the King befindet sich auf Platz 6 und hat inzwischen 9 Jahre auf dem Buckel.

Wie man sieht, ist 3D für die Studios äußerst profitabel und wird auch in Zukunft eine große Rolle spielen. Eine Entwicklung die ich persönlich nicht unbedingt begrüße. Solange ich im Kino aber noch wählen kann, ob ich 2 oder 3D sehen will und meine 3D Kinobesuche auf gut gemachte echte 3D Filme beschränken kann, soll mir es recht sein.

3D ist aber nicht das Ende der Entwicklung. Mit dem ersten Teil des Hobbit führt Peter Jackson wieder eine Neuerung ein: HFR 3D (steht für High Frame Rate). Das bedeutet, dass statt den üblichen 24 Bildern pro Sekunde 48 dargestellt werden. Ob sich das positiv oder negativ auswirkt, wird sich noch zeigen. Jedenfalls wird dadurch höchstwahrscheinlich noch ein weiterer Zuschlag auf die Ticketpreise fällig. Und somit nochmal höhere Einnahmen.

Hier gibt es noch eine Liste mit 3D Filmen und der Art der Herstellung: http://www.3dmovielist.com/list.html

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