Quantum Trost

007 – Ein Quantum Trost (Kino)

So, nach langer Zeit mal wieder etwas Text. Und gleich zu Beginn eine doch ziemliche Enttäuschung zum Kinojahresabschluss 2008. Es handelt sich dabei um den James Bond – „Casino Royale“ Nachfolger „Ein Quantum Trost“. Nicht nur das der deutsche Titel recht dämlich ist, der Film steht dem ganzen kaum nach.
Aber eins nach dem anderen.

Der Film knüpft direkt an das Ende von „Casino Royale“ an, was ich persönlich für ne recht gute Idee halte, weil’s mal was neues bei Bond ist, dass es so einen direkten Anschluss an den Vorgänger gibt.
Bei der Handlung selbst bin ich mir nicht sicher, ob es überhaupt eine Handlung gab. Bond soll einer Verbrecherorganisation namens Quantum auf die Schliche kommen, die ihre Leute, wie man gleich am Anfang sieht, sogar beim britischen und amerikanischen Geheimdienst eingeschleust hat.
Was folgt, ist mal wieder ein Trip um die halbe Welt wo es unter anderem darum geht „Quantum“-Verbündete auszumachen oder dass jemand eine Dürre herbeiführt, um sich dann mit seinen riesigen Wasservorräten zu bereichern. Nebenbei wird Bond von M mal wieder suspendiert, weil sie denkt er will den Tod seiner Freundin Vesper aus Casino Royale rächen.
Am Ende gibt’s noch mal reichlich Explosionen, kaum Neuigkeiten über die Organisation Quantum und das Gefühl, dass hier versucht wird mit aller Gewalt eine Geschichte auf mindestens 3 Filme zu verteilen. Denn im Grunde ist man am Ende nicht viel Schlauer, als bei Casino Royale. Nur das man jetzt weiß, wie die Verbrecherorganisation heißt.
Zum Schluss wird dann auch noch absolut unpassend die Bond-Pistolenlauf Sequenz gezeigt, die normalerweise immer am Anfang kommt. Also, liebe Leute von Eon. Nix gegen Erneuerungen. Bei Casino Royale war auch vieles neu und hat super gepasst. Aber man sollte nicht irgendwo was hinten dran klatschen, weil man es vorne vergessen hat. So sah das nämlich aus.

Also, was bleibt ist der bisher kürzeste Bondfilm, der eigentlich nur von einer Actionszene zur nächsten hetzt. Dabei dachte ich anfangs, dass man den Regisseur Marc Forster extra gewählt hat, um dem Film viel Tiefgang zu geben, denn dessen bisherige Filme zeigen ja, dass dies eigentlich genau sein Gebiet ist. Also entweder durfte er nicht das machen, was er wollte, oder er wollte sich mal richtig austoben. Letzteres ist ihm bei der Dichte an Actioneinlagen durchaus gelungen aber gut sind diese Szenen noch lange nicht. Manche sind wirklich klasse gemacht aber ein Großteil beschränkt sich auf dermaßen schnelle und hektische Schnitte, kombiniert mit dem mittlerweile leider standardmäßigen Kameragewackel, dass man der Action gar nicht richtig folgen kann. Nach der Hälfte des Films wollt ich schon gar nicht mehr hingucken.

Machen wir es jetzt kurz und schmerzlos. Innerhalb der Bondreihe vergebe ich großzügig 2 von 5 Wodka-Martini, die natürlich bedingt durch das Kameragewackel, geschüttelt sind.
Als reiner Actionfilm ohne Bond kann er zwar unterhaltsam sein, würde aber in der Masse der Actionfilme keinen besonderen Platz einnehmen.

Posted by Sven in Filme, 1 comment